Ladezeit der Website verbessern
Flottmacher · Technik · 6 Min. Lesezeit
Warum Ladezeit zählt
Langsame Seiten verlieren Besucher, vor allem auf dem Handy bei schwachem Netz. Google bewertet außerdem die Nutzererfahrung mit den sogenannten Core Web Vitals. Eine schnelle Seite ist deshalb ein Vorteil für Besucher und, in kleinem Maß, für die Auffindbarkeit.
Messen, bevor du änderst
Teste deine Startseite mit PageSpeed Insights, das zeigt Messwerte und Verbesserungsvorschläge. Wichtig sind drei Größen: Wann erscheint der größte sichtbare Inhalt (LCP, als gut gilt bis etwa 2,5 Sekunden)? Wie schnell reagiert die Seite auf Eingaben (INP, gut bis etwa 200 Millisekunden)? Springt das Layout beim Laden (CLS, gut bis etwa 0,1)? Teste vor allem die Handy-Werte und wiederhole die Messung, denn einzelne Läufe schwanken.
Hebel 1: Bilder
Bilder sind bei Firmenseiten der häufigste Bremsklotz. Die Maßnahmen sind einfach und wirkungsvoll:
- Bilder auf die tatsächlich angezeigte Größe verkleinern, nicht Originalfotos aus der Kamera hochladen.
- Moderne Formate wie WebP oder AVIF verwenden.
- Bilder außerhalb des sichtbaren Bereichs erst beim Scrollen laden (Lazy Loading).
- Breite und Höhe angeben, damit das Layout nicht springt.
- Das wichtigste Bild oben nicht verzögert laden.
Hebel 2: Schriften
Jede zusätzliche Schriftart und jeder Schriftschnitt kostet Ladezeit. Beschränke dich auf eine oder zwei Familien mit wenigen Schnitten. Lokal vom eigenen Server eingebundene Schriften sind schneller als externe und vermeiden zugleich eine Datenübertragung an Dritte.
Hebel 3: Skripte und Einbindungen
Jedes Tracking-Skript, Chat-Widget, Karten- oder Videoeinbindung lädt weiteren Code nach. Prüfe, was du wirklich brauchst. Eine Karte kann durch ein Bild mit Link ersetzt werden, ein Video wird erst nach Klick geladen. Weniger Einbindungen verbessern oft zugleich die Datenschutzlage.
Hebel 4: Technik und Hosting
Ein schneller Server in der Nähe der Besucher, Komprimierung der Übertragung und sinnvolles Zwischenspeichern (Caching) gehören dazu. Bei Baukasten- und WordPress-Seiten bremsen außerdem viele Plugins und überladene Themes. Weniger davon ist meist besser als ein weiteres Optimierungs-Plugin.
Typische Ursachen bei Baukasten- und WordPress-Seiten
Seiten aus Baukästen laden oft viel Code, den du nie benutzt, weil das System alle Funktionen mitliefert. Bei WordPress summieren sich Plugins, Seitenbauer und große Themes. Prüfe, welche Erweiterungen aktiv sind, und entferne alles, was nicht gebraucht wird. Achte auch auf Slider mit vielen großen Bildern, automatisch abspielende Videos im Hintergrund und Pop-ups, die zusätzlichen Code laden.
Ein Ablauf für die Verbesserung
- Ausgangswerte der wichtigsten Seiten mit PageSpeed Insights festhalten.
- Die größten Bilder finden und verkleinern.
- Unnötige Skripte und Plugins entfernen.
- Schriften auf das Nötige beschränken.
- Erneut messen und mit den Ausgangswerten vergleichen.
- Funktionen testen, ob alles noch läuft.
Feld- und Labordaten unterscheiden
PageSpeed Insights zeigt zwei Arten von Werten. Labordaten stammen aus einem einzelnen Testlauf unter festgelegten Bedingungen. Felddaten fassen reale Besuche der letzten Wochen zusammen, sind aber nur für Seiten mit genügend Besuchern verfügbar. Kleine Seiten haben oft nur Labordaten. Nimm sie als Hinweis und nicht als Urteil, und teste auf einem echten Handy im mobilen Netz.
Realistische Erwartungen
Nicht jede Seite erreicht 100 Punkte, und das ist auch nicht nötig. Entscheidend ist, dass die Seite auf einem durchschnittlichen Handy zügig nutzbar ist. Prüfe nach jeder Änderung neu und kontrolliere, ob sich Aussehen oder Funktion verschlechtert haben.
Wann du Hilfe holen solltest
Wenn sich die Werte trotz verkleinerter Bilder und gestrichener Skripte kaum bessern, liegt die Ursache oft tiefer: im Hosting, in der Architektur der Seite oder in schwerer Software. Dann lohnt sich eine Analyse durch eine Fachperson, die dir zeigt, was den größten Anteil verursacht. Alternativ ist ein Neubau sinnvoller als weiteres Flickwerk. Frage nach konkreten Messwerten vor und nach der Arbeit, damit du den Erfolg überprüfen kannst.
Setze dir ein Ziel, das zu deiner Nutzung passt, etwa eine Seite, die auf einem mittleren Handy im Mobilfunknetz in wenigen Sekunden nutzbar ist. Bedenke auch, dass jede neue Funktion Ladezeit kostet. Frage bei jeder Erweiterung, ob der Nutzen den Preis in Sekunden rechtfertigt. Ein Chat-Fenster, das kaum jemand nutzt, kostet jeden Besucher Ladezeit und ist ein guter Kandidat zum Streichen.
Häufige Fragen
- Wie schnell muss meine Seite sein?
- Als Richtwert gilt ein sichtbarer Hauptinhalt in rund zweieinhalb Sekunden oder schneller auf dem Handy. Wichtiger als eine genaue Zahl ist, dass Besucher nicht warten.
- Hilft ein Optimierungs-Plugin?
- Manchmal, aber die Ursache liegt meist in großen Bildern und zu vielen Einbindungen. Beseitige zuerst diese.
- Wie oft sollte ich die Ladezeit prüfen?
- Nach jeder größeren Änderung und sonst alle paar Monate. Neue Bilder und eingebundene Dienste sind die häufigsten Auslöser für Verschlechterungen.
Du willst einen Entwurf sehen?
Wir bauen ihn in drei Tagen nach dem Beratungsgespräch, kostenlos und ohne Anzahlung.
Entwurf anfragen